Griesbach Consulting - Strategy, Innovation and Business Model Innovation

Artikel

12
NOV
2015

Strategieentwicklung Teil 1: die Dokumente

Beispiel eines Strategiedokumentes (Mockup)

Für viele Führungskräfte und Mitarbeitende ist die Strategieentwicklung eine Herausforderung. Zwar wird die Entwicklung einer Strategie in der betriebswirtschaftlichen Ausbildung und Weiterbildung gelehrt. Allerdings weiss nur wer bereits mehrere Strategieprozesse miterlebt und geführt oder sogar selbst Strategien geschrieben hat, was von einem professionell geleiteten Prozess zu erwarten ist und wie ein entsprechendes Endergebnis als Strategiedokument aussehen muss. Die Schwierigkeit ist also, bereits vor dem Prozess zu wissen, auf welches Ziel man hinarbeitet.

Nur wer bereits mehrere Strategieprozesse miterlebt und geführt hat, weiss, auf welches Ziel hinzuarbeiten ist.

95% der Strategiebücher und -ratgeber zeigen den Strategieprozess aus Sicht der Datensammlung und der Analyse auf, üblicherweise nach folgendem Ablauf:

  1. Strategische Ausgangslage
  2. Vision und Mission
  3. Externe und interne Analyse
  4. Strategiedefinition
  5. Strategieumsetzung
  6. Strategisches Controlling

 

Die eigentliche Strategieentwicklung findet nur im vierten Prozessschritt statt, der zudem in Büchern fast immer als „Blackbox“ behandelt wird. Beispielsweise zeigen Autoren auf, wie man eine sinnvolle SWOT-Analyse entwickelt, wie man SWOT-Kombinationen erstellt, welche allgemeinen Strategiedimensionen zur Verfügung stehen (z.B. Produkt-Markt-Orientierung, Wachstum oder kein Wachstum, Wettbewerbsorientierung). Doch es wird nicht aufgezeigt, wie ein Strategiedokument diese Methoden und Bestandteile aufnimmt und wie das Dokument während des Prozesses entsteht.

Strategiebücher decken oft nur den analytischen Teil der Strategieentwicklung ab. Es fehlt die lösungsorientierte Ebene der Entwicklung eines Ergebnisdokumentes.

Wir wollen diese Lücke schliessen und aufzeigen, wie in einem gut geführten Strategieprozess ein zielführendes Strategiedokument entsteht:

Strategieentwicklung Vorgehen und Beratung

Infolge der einseitigen Darstellung in Büchern und Lehrgängen bewegen sich viele Führungskräfte und Unternehmensberater vor allem auf der Analyseebene und „füllen“ diverse Methoden der Strategieentwicklung aus (z.B. Porter’s Five Forces, Stakeholder-Analyse, Wertschöpfungskette). Die Protokolle und Zwischenergebnisse werden zusammengefasst und als „Strategie“ bezeichnet.

Stattdessen lohnt es sich, bereits während der Analyse in den „Lösungsmodus“ zu wechseln und frühzeitig eine erste Struktur (Storyline) des Strategiedokumentes zu entwickeln. Der Analyseprozess läuft allmählich aus, wobei bei Bedarf immer noch zusätzliche Analysen durchgeführt und Informationen beschafft werden können. Allerdings steuert nun das Lösungsdokument, welche Informationen noch fehlen und wie diese dargestellt werden sollen.

Es lohnt sich, frühzeitig in den Lösungsmodus zu wechseln und eine erste Struktur (Storyline) des Strategiedokumentes zu entwickeln.

Der Wechsel vom Analysemodus zum Lösungsmodus entspricht vereinfacht einem Dreischritt von (1) öffnen, (2) entdecken / entwickeln und (3) schliessen:

Strategieentwicklung Ablauf und Beratung

Quelle: Grey et. al (2010) – Gamestorming

Der frühzeitige Wechsel in den Lösungsmodus und die Entwicklung eines eigenständigen Strategiedokumentes hat mehrere Vorteile:

  • Effiziente und effektive Analyse (max. 80%, zentrale Erkenntnisse erkennbar)
  • Kein reines Ausfüllen von Dokumenten und Methoden
  • Methoden werden als Mittel zum Zweck eingesetzt, sie ersetzen nicht die Strategie
  • Strategiedokument hilft zu fokussieren
  • Strategiedokument dient in Sitzungen und Diskussionen als Referenz 
  • Strategiedokument richtet Beteiligte inhaltlich aus und vereint
  • Strategie wird individuell und zur Organisation passend entwickelt
  • Strategie ist eindeutig und stringent
  • Strategie ist einfach kommunizierbar
  • Strategie kann als Dokument versendet und multipliziert werden

 

Die Fortsetzung dieses Artikels wird voraussichtlich im Januar 2016 erscheinen. Wir werden erläutern, wie eine Strategie exemplarisch aufgebaut ist. Gerne informieren wir Sie durch unseren Newsletter.

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