Griesbach Consulting - Strategy, Innovation and Business Model Innovation

Artikel

04
APR
2017

5 Jahre Lean Startup Training & Lean Innovation Training

Rückblick auf fünf Jahre Lean Startup Training & Lean Innovation Training:

Lean Startup Training und Lean Innovation Training

Im Jahr 2012 haben wir den ersten und immer noch intensivsten Lean Startup & Lean Innovation Kurs der Schweiz für die Masterausbildung an der Hochschule Luzern entwickelt und seither geleitet. Diverse weitere Trainings, Referate und Beratungsaufträge sind unterdessen dazugekommen. Deshalb blicken wir zurück und teilen hier die wichtigsten Erkenntnisse und Erfahrungen.

Was haben wir seit 2012 im Lean Startup Training & Lean Innovation Training gelernt?

Die 10 wichtigsten Tipps für ein erfolgreiches Lean Startup Training & Lean Innovation Training:

 

1 – Philosophie statt nur Methodik

Lean Startup und Lean Innovation sind mehr als eine Sammlung von Methoden und Werkzeugen. Dahinter steckt ein Paradigmenwechsel bzw. eine neue Philosophie. Lean steht im Innovationsmanagement für „möglichst rasches und schlankes Testen und Verbessern oder Aufgeben von Ideen“. Dahinter steckt eine Philosophie des Experimentierens, welche die alte Philosophie des Planens gerade am Ablösen ist. Nur wer die Philosphie des Experimentierens verinnerlicht hat, kann den Wert von Lean Startup und Lean Innovation auch wirklich ausschöpfen und die Methoden und Werkzeuge entsprechend richtig einsetzen. Im Lean Startup Training & Lean Innovation Training sollten Sie deshalb zuerst die Philosophie vermitteln.

 

2 – Verliebt in die erste Idee (oder Veränderungen schmerzen)

Obwohl schon 100-fach gesagt: Verliebe Dich nie in Deine erste Idee! Und trotzdem ist das immer wieder eine echte Herausforderung. Denn es tut weh, eine Idee markant zu verändern oder sie sogar nach kurzer Zeit wieder aufzugeben. Doch genau das müssen wir im Lean Startup Training & Lean Innovation Training sensibilisieren und üben. Denn es sind ja gerade die Veränderungen in der experimentellen Vorgehensweise, die uns allmählich zu einem Wertangebot führen, für das potenzielle Kunden auch tatsächlich bezahlen.

 

3 – Visionen statt allzu konkrete Ideen

Obwohl wir oft mit einer konkreten Idee starten, empfiehlt es sich, zeitnah die dahinter liegende Vision zu erkennen. Nehmen wir an, dass wir einen neuartigen Grill für Gemüse entwickeln wollen. Die Vision dahinter könnte sein, dass auch Gemüse das Recht hat, als Hauptmahlzeit zu gelten. Wer die konkrete Idee des neuartigen Grills in den Vordergrund stellt, wird tendenziell nicht von der Grundidee eines Grills abkommen. Wer nun aber die Vision „Gemüse als Hauptmahlzeit“ verfolgt, bleibt viel offener für unterschiedliche Bedürfnisse und Lösungen rund um Gemüse und dessen Schattendasein als Beilage.

 

4 – Rausgehen tut weh

Im Büro ist es doch so schön wohlig und warm. Warum sollte ich als Mitarbeiter rausgehen, um herauszufinden, was Kunden wirklich wollen? Könnte ich nicht einfach eine Umfrage verschicken? Nein. Denn nichts ist so wertvoll wie ein echtes Gespräch mit einem echten Kunden. Im Lean Startup Training & Lean Innovation Training müssen Sie also etwas Druck ausüben, damit die Mitarbeitenden nach draussen gehen. Die Erfahrung zeigt aber, dass fast alle Mitarbeitenden positiv überrascht und motiviert zurückkehren. Denn noch selten haben die Mitarbeitenden in so kurzer Zeit so viel über das eigene Produkt gelernt.

 

5 – Weg vom Überzeugungsmodus

Vermeiden Sie ein frühzeitiges Verkaufen (Pitching) von Ideen. Auch wenn das gang und gäbe ist, sind die Mitarbeitenden danach bereits im Überzeugungsmodus und dadurch ziemlich verschlossen für die Veränderung ihrer Ideen. Erst wenn klar ist, dass eine Idee wirklich gut ist, soll sie verkauft werden dürfen. Dazu müssen alle verstehen, dass Lernen und Verändern wichtiger sind als das Überzeugen.

 

6 – Fortschritt kontrollieren und transparent machen

Es lohnt sich, von Anfang an zu definieren, wie die Veränderung der Ideen und der Fortschritt kontrolliert werden sollen. Gerade weil eine Philosophie des Experimentierens hinter Lean Startup & Lean Innovation steckt, müssen die Erkenntnisse und Veränderungen regelmässig festgehalten und reflektiert werden. Auf dieser Basis können Sie dann entscheiden, welche weiteren Experimente notwendig sind oder ob ein Projekt zugunsten einer anderen Idee abgebrochen werden soll.

 

7 – Geschwindigkeit ist alles

Das Ziel des Prozesses ist es, so rasch wie möglich herauszufinden, ob und wie für potenzielle Kunden relevanter Mehrwert geschaffen werden kann. Das ist nicht allen klar und muss durch die Organisation ermöglicht und gefördert werden. Als gute Faustregel erweist sich folgende Zielsetzung:

  • Phase 1: Problem-Solution-Fit (nach 3 Monaten)
  • Phase 2: Product-Market-Fit (nach 18 Monaten)
  • Phase 3: Skalierung (nach 36 Monaten)

 

8 – Besser frühzeitig abbrechen

Wie schon oben erwähnt, ist es manchmal besser, frühzeitig abzubrechen, als ein „totes Pferd“ weiterzureiten. Natürlich bedeutet das nicht, dass Sie die ganze Zeit von einer Idee zur anderen springen. Und bei gewissen Ideen braucht es auch Durchhaltevermögen. Wichtig ist, dass Sie sich regelmässige und fixe Termine einplanen (Time Boxing), um regelmässig zu reflektieren und ehrlich zu entscheiden, ob die Kunden interessiert genug sind und es sich lohnt weiterzumachen. Und feiern Sie nicht nur Erfolge, sondern auch das Abbrechen. Denn dadurch werden wieder neue Ressourcen frei, die zielführender eingesetzt werden können.

 

9 – Nicht jeder ist ein Innovator

Die meisten Mitarbeitenden tragen ein verstecktes, kreatives Potenzial in sich. Natürlich können Sie dieses Potenzial noch stärker ausschöpfen. Das bedeutet aber nicht, dass jede und jeder gleich zum Innovator werden muss. Konzentrieren Sie Ihre Innovationsenergie auf die echten Innovatoren (und solche die es vielleicht noch werden). Lösen Sie sich von der Idee, dass alle Mitarbeitenden Innovationsprojekte vorantreiben können und wollen. Auch das ist Lean.

 

10 – Lean bedeutet leider nicht weniger Arbeit

Sagen wir’s ohne Umschweife: Lean Startup & Lean Innovation sind zuerst einmal anstrengender und aufwändiger, als wenn Sie einen Businessplan schreiben und umsetzen. Doch die Arbeit im Lean-Modus ist viel sinnvoller und wertstiftender. Einerseits für die dabei entstehenden Innovationen. Andererseits für die involvierten Mitarbeitenden, die erkennen werden, dass sie echten Mehrwert für Kunden schaffen.

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