Griesbach Consulting - Strategy, Innovation and Business Model Innovation

Artikel

02
JUL
2014

ALPHA Artikel: Lean Startup für KMU und Grossunternehmen

Lean Startup für KMU und Grossunternehmen im ALPHA Kadermarkt:
ALPHA Lean Startup für KMU und Grossunternehmen

 

 

 

 

 

 

Wir freuen uns darüber, Lean Startup als wertvollen Ansatz für das Innovationsmanagement von KMU und Grossunternehmen einer bereiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Und wir bedanken uns bei der ALPHA-Redaktion für das entsprechende Interesse. Sie können den Artikel Lean Startup für KMU und Grossunternehmen herunterladen oder hier direkt lesen:

 

ALPHA-Artikel vom 28. Juni 2014:

Lean Startup  für KMU und Grossfirmen
Agiler Ansatz revolutioniert das Innovationsmanagement

Die meisten Innovationsprojekte scheitern nicht wegen eines fehlerhaften Produktes, sondern mangels zahlender Kunden. Aber wie können die Entwicklungsrisiken eines neuen Angebots minimiert und die Marktakzeptanz maximiert werden? Immer mehr etablierte Unternehmen lernen von Startups, wie Innovationsvorhaben agil und effizient zum Markterfolg geführt werden. Was bedeutet das für KMU und Grossfirmen? Worauf ist zu achten?
Von Dr. David Griesbach (*)

Um langfristig wettbewerbsfähig und rentabel zu bleiben, muss eine Unternehmung innovative Produkte und Dienstleistungen entwickeln. Echte Innovationen sind jedoch per se neuartig und damit risikoreich.
Studien zeigen, dass bei 90% der Innovationsprojekte der Erfolg ausbleibt. Das Definieren einer Innovationsstrategie, das Führen eines Innovationsportfolios und das Entwickeln von Produkten und Dienstleistungen sind höchst anspruchsvolle Managementaufgaben. Insbesondere in dynamischen Branchen oder wenn Abläufe und Strukturen eine rasche Umsetzung behindern.
Auf Basis der «Lean Startup»-Methode können wir von Jungunternehmen lernen, wie neue Angebote effizient getestet, optimiert und schliesslich zum Erfolg geführt werden.

Neue Innovationsmethode
Die «Lean Startup»-Methode geht davon aus, dass neue Angebots- und Geschäftsideen im Kern wertvoll sind, wir jedoch die genaue Ausgestaltung experimentell im Markt testen und optimieren müssen. Und das bereits bevor eine allenfalls aufwändige Produktentwicklung einsetzt.

Gerade bei Innovationen gehen wir von vielen Annahmen aus, die intuitiv getroffen werden. Diese Annahmen sollten wir früh identifizieren und im Kontakt mit potenziellen Kunden bestätigen oder widerlegen, um die Idee entsprechend anzupassen. Dank dieser frühen Interaktion finden wir heraus, wo ein sogenannter «Product-Marktet-Fit» besteht. Es geht um das Finden eines für die Kunden relevanten Problems, für das wir eine neue Lösung anbieten, die auch bezahlt wird. Die Ausgestaltung und Marktfähigkeit der Innovation wird allmählich immer klarer und robuster, so dass ein erster Prototyp mit minimalen Funktionalitäten entwickelt werden kann («Minimal Viable Product»). Dieser Prototyp wird anschliessend kontinuierlich und unter erneutem Einbezug potenzieller Kunden verbessert. Dabei suchen und entwickeln wir nicht nur ein neues Produkt im engeren Sinn, sondern ein multiplizierbares und skalierbares Geschäftsmodell für das jeweilige Innovationsvorhaben.

Obwohl «Lean Startup» ein junger Ansatz ist, hat die Methode in der Gründerszene eine regelrechte Bewegung ausgelöst und wird von professionellen Investoren bereits vorausgesetzt. In einem ebenfalls neuartigen Kursdesign wird die Methode von dessen Erfinder Steve Blank an Universitäten wie Stanford oder Columbia gelehrt. Denselben Kurs bietet die Hochschule Luzern seit Herbst 2013 im Rahmen des Masterstudiengangs «Business Development and Promotion» erstmals in der Schweiz an.

Kritische Erfolgsfaktoren
Immer mehr KMU und Grossfirmen profitieren vom agilen Innovationsansatz. Doch worauf muss man achten, um die Vorteilenutzen zu können? In erster Linie ist die Methode als Philosophie des experimentellen Lernens zu verstehen. Wir tendieren dazu, zuerst ein funktionstüchtiges Produkt zum Teil über Monate hinweg zu entwickeln. Und erst anschliessend gehen wir in den Markt, um herauszufinden, dass der gewünschte Erfolg ausbleibt. Wir müssen lernen, frühzeitig mit potenziellen Kunden zu sprechen, Fehler zu erkennen und das Angebot iterativ zu optimieren. Entsprechend wichtig ist es, dass interne Anreize nicht im Zielkonflikt mit der Vorgehensweise stehen. Beispielsweise muss es möglich sein, Innovationsprojekte während des Prozesses zu verändern und bei einem nicht identifizierbaren «Product-Market-Fit» vorzeitig zu beenden. Die oft beschworene Fehlerkultur ist gerade für den Lean-Startup-Ansatz sehr wichtig und muss durch die Führungskräfte vorgelebt und gefördert werden.

Ein weiterer Erfolgsfaktor bildet in diesem Zusammenhang der individuelle Innovationsprozess. In vielen Unternehmen richtet sich das Innovationsmanagement nach dem Ablauf der Produktentwicklung. Dies muss nicht zwangsläufig geändert werden, denn im Minimalfall kann «Lean Startup» als vorgelagerter Prozess die Innovationsideen frühzeitig und kostengünstig verbessern, um eine robuste Ausgangslage für die nachgelagerte Produktentwicklung zu schaffen. Die Methode und der vorherrschenden Innovationsprozess sind jedoch aufeinander abzustimmen. Und es lohnt sich, die involvierten Personen zu sensibilisieren und zu schulen.

Lean Innovation

Der Wert «schlanker» Verfahren hat sich in der Produktion von Gütern längst durchgesetzt. Die Idee, Überflüssiges wegzulassen, hält nun langsam aber sicher auch Einzug in das Innovationsmanagement und in die strategische Entwicklung etablierter Unternehmen. Die mit Innovation zwangsläufig verbundenen Unsicherheiten werden frühzeitig, strukturiert und transparent angegangen. Der Begriff «Lean» bezieht sich hier auf das Weglassen überflüssiger Funktionalitäten und nicht relevanter Angebotsdimensionen. Unternehmen entwickeln so Produkte und Dienstleistungen, die von potenziellen Kunden als wertvoll erkannt und schlussendlich gekauft werden.

(*) Dr. David Griesbach ist Geschäftsführer von Griesbach Consulting. Die Beratungsfirma begleitet KMU und Grossfirmen im Bereich Strategie und Innovation. Als Schweizer Lean-Startup-Experte und Dozent der Hochschule Luzern hat der Autor das erprobte Kursformat von Stanford und Columbia in die Schweiz gebracht. (www.griesbachconsulting.com)

 

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